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Demokratie braucht Demokratinnen. Chancen und Barrieren der politischen Kultur für die politische Partizipation und Karrieren von Frauen im Ost-West-Vergleich (06/2019-12/2019)

Allgemeine Informationen

Projektnummer 61708004
Projekttitel laut Förderbescheid Demokratie-Studie
Akronym Demokratie braucht Demokratinnen
Projektlaufzeit 01.07.2019 - 28.11.2019
Forschungsschwerpunkt Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft
Projektkategorie Forschung
Zuordnung
Kompetenzfeld Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft
Grundeinheit Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung
Projektwebseite https://trawos.hszg.de/projekte-publikationen/abgeschlossene-projekte/demokratie-braucht-demokratinnen

Inhaltliche Projektbeschreibung

Ausgangslage

Frauen sind, wie in vielen gesellschaftlichen Feldern, auch in der Politik nach wie vor stark unterrepräsentiert, sodass wir noch weit entfernt sind von einem paritätischen Verhältnis, das Männern und Frauen gleichermaßen Chancen für die Übernahme von Führungspositionen einräumt. Gerade in der Politik ist die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen von besonderer Relevanz, da sie – so die Ausgangsannahme des Projekts – nicht nur wesentliche strukturierende und institutionalisierende Konsequenzen zeitigt, sondern auch eine normative Signalwirkung für die politische Beteiligungskultur in allen gesellschaftlichen Sektoren und Teilsystemen besitzt. Trotz Bemühungen, den Frauenanteil in Parteien und anderen politischen Organisationen institutionell etwa über Quotierungsregelungen zu erhöhen hat sich an der weiblichen Unterrepräsentanz nur graduell etwas verändert.

Zielstellungen

Das Forschungsprojekt setzt an dieser Ausgangslage an und fragt nach der Bedeutung politische Kultur für die Chancen und Barrieren von Frauen in etablierten und zugleich kontrastiven politischen Arenen, genauer: parlamentarischen und gewerkschaftlichen Arenen (und Organisationen) in Ost- und Westdeutschland. Politische Kultur lässt sich als die kollektive Praxis politischer Organisationen in Form habitualisierter und in der kollektiven Alltagspraxis wirksamer Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster (Dispositionen) sowie Kommunikations- und Interaktionsschemata (z.B. Diskurse und Semantiken, Kommunikationsstile) definieren. Ausgangspunkt bildet somit die Wechselwirkung zwischen strukturell-institutionellen Barrieren und soziokulturell konstruierten sowie legitimierten Kommunikations- und Handlungspraktiken (im Allgemeinen als politische Kultur bezeichnet), die sich negativ auf die Zugangs- und Karrierechancen von Frauen in Führungs- und Elitepositionen in Parteien und Gewerkschaften auswirken. Zunächst geht es um Formen und Inhalte politischer (Sub-)Kulturen, die in den Untersuchungsgruppen als Barrieren und Chancen für die Übernahme von Verantwortungspositionen durch Frauen erlebt werden. Der Logik des Vergleichs entsprechend werden sowohl regionale als auch organisationale Unterschiede mit einbezogen. Über die erstmalige Ost-West-Vergleichsperspektive im Kontext der Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik stellt die Studie einen übergeordneten Zusammenhang her, was erste Rückschlüsse auf etwaige Gemeinsamkeiten und Unterschiede der politischen Kulturen in Ost- und Westdeutschland, vor allem im Hinblick auf die Einbindung von Frauen in die Politik, ermöglicht. Geschlecht und Herkunft bilden somit die zwei zentralen Ankerpunkte der Untersuchung.

Umsetzung und Methoden

Das Projekt hat eine Laufzeit vom 15. Juni bis 31. Dezember 2019.

Für die Untersuchung werden zwei Landtage und Gewerkschaftsbezirke (Ost-West-Vergleich) sowie die Fraktionen SPD und Bündnis 90/die Grünen bzw. die Gewerkschaften IG Metall und GEW ausgewählt. Für die Auswahl der Fraktionen spricht, dass Grüne und SPD unterschiedliche partei-kulturelle Selbstverständnisse ausgebildet haben, was sich möglicherweise auch auf die Geschlechterfrage auswirkt. Bei den Gewerkschaften empfiehlt sich die GEW aufgrund ihres hohen Frauenanteils innerhalb der Gewerkschaftsstruktur und des demgegenüber geringen Frauenanteils unter politisch Beschäftigten. Die IG Metall lässt sich vor allem auf Grund der relativ entgegengesetzten Mitgliederstruktur dazu als methodisch sonnvoller Kontrastfall verstehen.

Konkret setzt sich das Forschungsprojekt aus unterschiedlichen methodischen Zugängen zusammen:

  • Analyse der sozialstrukturellen Zusammensetzung der Landtagsfraktionen (z.B. Alter, Geschlecht, Bildung) auf Basis frei zugänglicher Informationen über die Abgeordneten. Für die Gewerkschaften stehen diese Informationen nicht zur Verfügung.
  • Fokusgruppeninterviews und Einzelgespräche mit Landtagsabgeordneten und Gewerkschaftsfunktionär*innen in leitenden Funktionen.
  • Erarbeitung konkreter Maßnahmen und Handlungsempfehlungen der Kulturveränderung aus Sicht der Befragten

 

Ergebnisse

Studie "Demokratie braucht Demokratinnen. Barrieren der politischen Kultur für Frauenkarrieren in Politik und Gewerkschaften – und Ansätze für ihre Veränderung" von Dr. Hanna Haag und Prof. Raj Kollmorgen

Weitere Daten

  • Ansprechpartner

    • Frau Dr. Hanna Haag
    • Frau Mara Simon
  • Fördermittelgeber

    • Friedrich-Ebert-Stiftung

  • Finanzierung

    • 33.610,80 €

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